
Berlin meets Basel: Zur ART Basel 2010 präsentieren sich auf Initiative des Landesverbandes Berliner Galerien (LVBG) erneut neun Galerien der Bundeshauptstadt am weltweit wichtigsten Kunstmarktplatz Basel/Schweiz.
Zum Stelldichein der internationalen Sammler, Galeristen und Künstler sowie dem „Who is who“ aus Kunst und Kultur in Basel zeigen die Berliner Galerien Wichtendahl, Deschler, Morgen, Alexander Ochs, Sandmann, Schuster, Strychnin, Wagner+ Partner sowie zone B ihr Programm aus der Kunstmetropole Berlin. Ausgewählte Werke renommierter als auch aufstrebender Künstler von Rainer Fetting bis hin zu Raissa Venables sind unter dem Label ART ROM BERLIN auf der Satellitenmesse SCOPE Basel 2010, 15-19 Juni (Kaserne Basel, Klybeckstr. 1 b, CH-4057 Basel, www.scope-art.com) zu sehen.
Die vom Landesverband Berliner Galerien (LVBG) initiierte Präsentation der Galerien wird begleitet von einer BERLIN LOUNGE mit Informationen zum Kunststandort Berlin und seinen zahlreichen Ausstellungshäusern. In Reminiszenz an die herausragende Club-Kultur der Stadt erstmals auch mit ergänzenden Musik-Veranstaltungen und einem Berliner DJ Line Up in Kooperation mit dem WEEKEND Club Berlin – ein Crossover der Berliner Kulturszene aus Kunst und Musik sowie ein Vorgeschmack auf die Berlin Music Week im September diesen Jahres.
Erst jüngst konnte der Berliner Kunststandort anlässlich des GALLERY WEEKEND BERLIN wieder seine enorme Qualität und das ständig steigende Image unter Beweis stellen. Diese Qualität beispielhaft auf die internationalen Kunstmarktplätze zu tragen ist daher kultur- und wirtschaftspolitisch nur konsequent. Mit dem Messeauftritt ART FROM BERLIN unterstreichen die Galeristen die prosperierende Rolle Berlins als führendem Kunststandort in Europa. Das Projekt wird unterstützt vom Land Berlin und der Europäischen Union.
Facts:
ART FROM BERLIN – Gemeinschaftspräsentation Berliner Galerien auf der
SCOPE Basel 2010, 15-19 Juni
Kaserne Basel,
Klybeckstr. 1 b,
CH-4057 Basel
Vernissage (VIP):Di, 15. Juni, 15-19 Uhr
Öffnungszeiten: Mi, 16. Juni – Sa, 19. Juni, 11 – 19 Uhr
Weitere Informationen: www.scope-art.com und www.berliner-galerien.de
Galerien und Stand-Nr.:
c.wichtendahl.galerie E10, Galerie Deschler H46, Galerie Morgen D27, Alexander Ochs Galleries D29, Galerie Sandmann E14, Galerie Schuster Berlin D25, Strychnin Gallery H49, Wagner + Partner E16, zone B E12.
BERLIN LOUNGE D24 (LVBG in Koop mit WEEKEND Berlin)
Kontakt: lvbg@berliner-galerien.de, T: +49.3101 97-14, F: -15
Kindheit als Prozess des Eigensinns ist das zentrale Thema der Arbeit 2 Ein Kind der Berliner Fotografin Eva Bertram. Über einen Zeitraum von elf Jahren fotografierte sie ihre Tochter Herveva zwischen Spiel, Identitätsfindung und Erwachsenwerden. Die Aufnahmen zeigen nicht nur erstaunliche theatralische Wandlungen des Mädchens, sondern sie reflektieren auch das besondere Verhältnis von Fotografin und Modell sowie die zunehmende Selbstständigkeit und Selbsterkenntnis der Tochter als Mensch.
Eine Auswahl von etwa 70 Bildern zeigt das Mädchen, häufig in selbst geschaffenen Spielfeldern. Der spielerische Charakter ihrer Posen und die Arrangements sind zugleich Teil eines ernsthaften Rollenspiels. Die Fotografin versteht sich in dieser Situation als Beobachterin kindlicher Abläufe, in deren Verlauf sich durch die Kamera eine Eigendynamik entwickelt, die das Spiel zunehmend zu einer Aufführung und Darbietung werden lässt.
"In Eva Bertrams Bildkunst verlässt die Madonna das Bild. Sie tritt aus ihm heraus, und richtet ihren Blick auf das Kind. Aber das Kind schaut zurück, lange, bevor es ahnen kann, was das bedeutet: sich der Verfügung der anderen zu entziehen, und sich einzufügen ins Geflecht der wechselseitigen Bestimmungen. Einander sehend: die Mutter das Kind, das Kind die Mutter, die Mutter, die sieht, wie das Kind sieht, wie sie es sieht, das Kind, das sieht, wie die Mutter sieht, dass sie von ihm gesehen wird, während sie es sieht - erzeugen die einander durchdringenden Blicke die Bilder. (...)
Es ist der Ernst des eigenen Lebens, auf dessen Blick der des Betrachters trifft. Der Ernst jener Arbeit der Verwandlung an Vorgefundenem, aus der jeder sein eigenes Leben beziehen muss, die mit den Spielen beginnt, in denen das Kind seine Existenz erspürt, wie dem, sich in den Kleidern einer anderen zu verbergen." Andreas Steffens
Mehr als 30 Galerien in Berlin Mitte laden vom 2. bis 4. Mai 2008 mit verlängerten Öffnungszeiten zum intensiven Kunstgenuss: Ausstellungseröffnungen, Open Studios und Finissagen sowie Führungen durch die beteiligten Galerien. Folgende Galerien in Berlin Mitte sind beim OPEN WEEKEND 2008 dabei: artSPACE berlin, SARA ASPERGER GALLERY, Bereznitsky Kiew.Berlin Gallery for Contemporary Art, berlin art scouts, IB ISABEL BILBAO – Galerie, brutto gusto, CiceroGalerie für politische Fotografie, Galerie Degenhartt, EXTRARAUM, Friedman Galerie und Projekt, galerie gerken, Galerie Marianne Grob, Galerie Peter Herrmann, Galerie ICON Berlin, imago fotokunst, janinebeangallery, Galerie Rossella Junck, Merry Karnowsky Gallery, Galerie Inga Kondeyne, Krammig & Pepper Contemporary, lorch+seidel galerie, Galerie oko - Japanese Contemporary Art, Galerie en passant, Galerie Dieter Reitz Berlin, Galerie Sandmann, Galerie Schuster Photo, Galerie Siguaraya, GITTE WEISE GALERIE, Galerie Ulf Wetzka, c. wichtendahl. galerie., WILDE GALLERY, zone B.
Seit nunmehr drei Jahren beschäftigt sich Gosbert Adler mit dem komplexen Thema Auto, Mobilität und Gesellschaft.
In der Ausstellung werden mehrere Werkgruppen erstmals aufeinander bezogen vorgestellt.
Großformatige Fotografien zeigen Einblicke in den privaten Innenraum parkender Autos. In den Interieurs ist der Fokus auf die Schichtungen privater Räume gelenkt, die sich durch die Spiegelungen in den Scheiben mit der Außenwelt verbinden.
Die Portraits der Fahrer suggerieren eine Intimität von Menschen in ihrer privaten Umgebung. In sich versunken, voll konzentriert, entspannt, geborgen in der einsehbaren Fahrgastzelle, erscheint der Fahrer wie in einer durchlässigen Membran zur Aussenwelt.
Aufnahmen von Verformungen, Beulen und gut gemeinten Reparaturversuchen sind Zeichen einer verletzten Außenhülle. In den plastischen Deformationen zeigt Gosbert Adler eine Wandlung vom Design zum skulpturalen Objekt.
Diese auf Auto und Fahrer zentrierten Bildwelten werden mit Aussenwelten vernetzt. Ein teilbetoniertes, ausgetrocknetes Flussbett, dunkle Essensreste, zwei gläserne Halbkugeln bilden Teile dieser Aussenwelt. Die unterschiedlichsten Techniken, Formate und Materialitäten werden in der Ausstellung zu einem verwobenen System.[...]
Eva Bertrams ‚Inseln’
Zur Eröffnung der Ausstellung in der zone-b, Berlin, 19.10.2007
von Andreas Steffens
Aber die Menschen verlangen Bilder der Welt, nicht die Welt selbst zu sehen.
Reinhold Schneider, Das Inselreich (1936)
‚Inseln’ in Berlin, das klingt ein wenig wie Eulen in Athen. Findet sich doch keine andere Stadt der Welt in der Metapher der Insel so trotzig-stolz wieder.
Sogar eine ‚Insel der Seligen’ gab es, entstanden, als die Alliierten bei Kriegsende vergaßen, Kleinmachnow zu besetzen. Zum amerikanischen Sektor sollte es gehören, aber da kein Amerikaner ließ sich blicken ließ, kamen schließlich Russen stellten die Versorgung wieder her, und blieben. Das Niemandsland für ein paar Wochen behielt das Flair des Enthobenen, und wurde bevorzugtes Wohngebiet einer privilegierten Intelligentsia.
Inseln sind Ersatzparadiese ebenso wie Straflager, Idyllen wie Gefängnisse, letzte Zuflucht ebenso wie Ort der Verbannung, sanfte Gewährerinnen von Geborgenheit ebenso wie strenge Aufseherinnen der Weltausgeschlossenheit: Kythera ebenso wie Elba. Zweideutigkeit ist ihre Art.
In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Hilden und dem Berliner Kunstraum zone B präsentiert der Kunstraum im Gewerbepark-Süd nach „Menschen im Bild“ (2005) eine weitere hochkarätige Ausstellung aktueller Fotokunst.
Eröffnung: 16.09.07, 11 Uhr
Begrüßung: Bürgermeister Günter Scheib
Einführung: PD Dr. Andreas Steffens (Universität Kassel)
Ort: Kunstraum im Gewerbepark-Süd, Hofstraße 64, Hilden
Dauer der Ausstellung: 16.09. - 14.10.07
Öffnungszeiten: Di – Fr 14 – 18 Uhr, Sa – So 11 – 16 Uhr
Finissage: 14.10.07, 11 - 13 Uhr
teilnehmende Künstler:
Gosbert Adler, Katrin Amft, Eva Bertram, Antje Dorn, Françis Dumas, Erich vom Endt, André Grossmann, Britta Huntemann, Marc Grümmert, Jitka Hanzlová, Volker Heinze, Klaus Küster, Éric Le Ménédeu, Thanh Long, Dolorès Marat, Knut Wolfgang Maron, Heidi Schneekloth, Kenneth van Sickle, Petra Wegener, Janet Zeugner
Mit Thomas Kemper zeigt zone B neue Arbeiten des Kölner Künstlers. Es ist die erste Berliner Einzelausstellung des Malers.
von Andreas Steffens
[...]
Die Beziehungen zwischen Malerei und Fotografie sind so alt wie die Erfindung der Lichtbildnerei. Und es war durchaus auch von Anfang an keine Beziehung, die auf eine gegenseitig ausschließende Konkurrenz eingeschränkt gewesen wäre. Unter dem Gesichtspunkt der umfassenderen Kategorie des Bildens stehen beide vielmehr in einem spannungsvollen Verhältnis von Ergänzung und gegenseitiger Inspiration.
Für die Malerei ist dieses Verhältnis problematischer als für die Fotografie. Denn sie fand sich durch diese in Frage gestellt, während die Fotografie sich bei der Malerei schließlich auf ihrem eigenen Weg zur Kunst ästhetisch bedienen konnte.
An der Lage, wie Jean-Francois Lyotard sie vor nun zwanzig Jahren beschrieb, hat sich seither nichts Wesentliches geändert.
Mit dem Photo trägt das industrielle ‚ready made’ den Sieg davon. Duchamp schließt daraus, dass die Zeit zum Malen vorbei ist. Diejenigen, die daran festhalten, haben sich der Herausforderung der Photographie zu stellen. Sie lassen sich ein auf die Dialektik der Avantgarden. Diese negative Dialektik dreht sich um die Frage: Was ist Malerei? Sie wird davon getrieben, sich abzusetzen von dem, was schon dagewesen oder noch da ist; doch selbst das war nicht unbedingt notwendig, um Malerei zu machen. Malerei wird eine philosophische Tätigkeit: die Regeln zur Anfertigung ‚gemalter’ Bilder sind noch nicht ausgesprochen und können noch nicht angewandt werden. Die Regel der Malerei liegt eher darin, nach jenen Regeln bildnerischer Gestaltung zu suchen, wie auch die Philosophie nach den Regeln philosophischer Sätze zu suchen hat (Lyotard, Darstellung, 210).
Auch aufgrund dieser Gemeinsamkeit in der Prombleamtik ihrer eigenen Möglichkeit, die Malerei und Philosophie unverändert verbindet, habe ich es gerne übernommen, in diese Ausstellung einzuführen: denn Thomas Kemper hat in einem kontinuierlichen Werkprozeß zu eigenen Regeln der Anfertigung ‚gemalter’ Bilder gefunden.
[Auszug...]
zone B eröffnet seine erste Ausstellung im ehemaligen Kunstraum Capri in Berlin Mitte (Brunnenstraße 149) am Freitag, 23. Februar, um 19 Uhr mit einer Vernissage.
Drei Generationen zeitgenössischer Fotografie wird der neue Kunstraum zone B in seiner ersten Ausstellung „Hauptstrom“ zeigen und damit die junge Geschichte dieses Genres in seiner Kontinuität präsentieren. Gezeigt werden die Werke von 18 Künstlern. Die meisten von ihnen sind in namhaften Sammlungen vertreten, unter anderem im Museum Folkwang (Essen), der Staatsgalerie Stuttgart, im Museum Ludwig (Köln), im Europäischen Fotomuseum Paris sowie dem Museum of Modern Art und dem Metropolitan Museum New York.
Mit Gosbert Adler und Eva Bertram bringt der Kunstraum außerdem den ersten Preisträger des Stipendiums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung mit der jüngsten Preisträgerin dieses höchstdotierten und wichtigsten Stipendiums für zeitgenössische Fotografie in Deutschland an einen Ort. Gosbert Adler erhielt diese Auszeichnung 1982, Eva Bertram im vergangenen Jahr. Jitka Hanzlová ist Trägerin des Otto-Steinert-Preis der Deutschen Gesellschaft für Fotografie, Volker Heinze des Charles Pratt Memorial Award. Geführt wird die Galerie von Knut Wolfgang Maron, Medienkünstler, Kurator, Dozent an der Hochschule Wismar und Preisträger des Leopold Godowsky, jr. Colour Photography Award. Außerdem dabei: Dolorès Marat aus Paris mit ihrer Arbeit auf Fresson-Abzügen, die sich stilistisch auf Edward Hopper bezieht und seine Bildideen weiterentwickelt hat. Kennneth van Sickle, der über das Zeichnen als Student bei George Grosz schon früh zur Fotographie kam und dann mit Robert Frank zusammenarbeitete und mit Duane Michaels ausstellte, ist bekannt für seine athmosphärischen Aufnahmen im Künstlermilieu und von New York und Paris. Ihre Werke treffen auf Vertreter der jungen Generation, wie Heide Schneekloth und Tim Kellner, die ebenfalls schon für ihre Arbeiten Stipendien und Preise erzielten. Sie sind Mitglieder der Gruppe "Absage an die Wirklichkeit".
Hauptstrom zeigt Fotoarbeiten, die Gegenposition zu einer dokumentarischen und realitätsvermittelnden Fotografie beziehen. Damit interpretieren die Künstler ihre Welt auf eine autonome, narrative, metaphorische und experimentelle Art und Weise. Durch die Ausstellung wird die fragmentierte Welt wieder zu einer Einheit. Hauptstrom ist der programmatische Titel der Ausstellung, der den Strom singulärer Positionen aktueller Fotografie bündelt. Trotz verschiedener Produktionsmethoden und bildnerischer Strategien gilt die persönliche Sicht der einzelnen Künstler auf die Wirklichkeit als gemeinsames Element.
Der Projektraum zone B widmet seine Aktivitäten kompromisslosen Positionen zeitgenössischer Kunst. Fotografie, Medienkunst, Environnement, Plastik und Malerei bilden dabei die Schwerpunkte.
Vier Ausstellungen werden pro Jahr gezeigt, jede bleibt für drei Monate. Mit dieser langfristigen Präsenz bezieht zone B Position in einer schnelllebigen Galerienlandschaft. Den ausgestellten Künstlern wird so die Möglichkeit zu einer nachhaltigen Betrachtung gegeben.